


"Das Kind und die Bälle, der Blick in den englischen Himmel und die angeschnittenen Verkehrsschilder, der Tannenzweig und die junge Frau, bzw. die junge Frau und der Tannenzweig: Immer scheint eine Erzählung zitiert, die dem Abgebildeten Ordnung geben könnte. doch lässt sich nichts zusammenfügen, egal wie lange man die Fotos wendet. Es scheinen entrückte Augenblicke zwischen zwei Momenten. Wie der dünne Spalt zwischen zwei Fotos auf dem Negativstreifen, der Lücke zwischen zwei Frames. So konkret sich manche Bilder geben, so uneinsichtig sind die Motive seines Sehens. Es kommt zu keiner Geschichte.
Aber was erzählen die Fotos dann?...Als ob man das Tagträumen gerade verlässt und wieder in der 'wirklichkeit' ankommt und sich orientieren muss - mitten in der Welt, mitten im Alltag. Unvermittelt ist da jemand erwacht, und öffnet die Augen, um gleich zu sehen. ...Marco Kaufmann will nicht 'selbst' Macher seiner Fotografien sein, scheint es. Irgendwie. ...Er will intuitiv, ohne festen Willen, aus dem Augenwinkel, also weg vom Fokus der eigenen Aufmerksamkeit zum Bild finden bzw. das Bild fixieren, was sich ihm unvermittelt zeigt, bzw. konstruiert, wie sich die Welt - als Bild - sich ihm unvermittelt zeigen 'könnte'."
textausschnitt zur ausstellung: steffen hendel